Seit 1959
Die Philosophie des Gartens:
Gründer HELMUT STRÄSSER
In der Welt der Gärten gibt es Handwerker – und es gibt Persönlichkeiten, die Landschaften neu denken. Helmut Strässer gehört zur zweiten Kategorie. Er gilt er als Koryphäe seines Fachs, doch was ihn wirklich auszeichnet, ist seine Haltung: Für ihn war ein Garten nie bloß Gestaltung, sondern immer auch eine Frage von Philosophie.
In seiner Ausbildung zum Landschaftsgärtner und der unermüdliche Neugier, Beobachtung und harte Arbeit, lernete er alles über Pflanzen, Formen und die Wirkung von Räumen – lange bevor solche Konzepte in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. Diese frühen Erfahrungen prägten seine Einstellung: Ein Garten sollte harmonisch, lebendig und für alle Sinne erfahrbar sein.

Der Visionär
Als gelernter Landschaftsgärtner, ist er in Sachen Gartendesign stets Autodidakt gewesen. Geprägt von jahrelanger Erfahrung und dem unbedingten Willen, Neues zu lernen. Schon lange bevor Feng Shui im Westen populär wurde, beschäftigte er sich mit ähnlichen Gedanken über Balance, Raumwirkung und die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Für ihn muss ein Garten „im Gleichgewicht sein“. Wasser, Stein, Pflanzen und Wege sollten sich nicht widersprechen, sondern ineinander fließen.
Für ihn ist ein Garten ein Rückzugsort – ein Stück Ferienland vor der eigenen Haustür. „Warum in die Ferne schweifen, wenn man jeden Tag ein wenig Urlaub im eigenen Garten genießen kann“, pflegt immer er oft zu sagen. Besonders wichtig war ihm, dass ein Garten zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten hat. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sollten nicht nur nacheinander erscheinen, sondern in bewusster Wechselwirkung stehen: Blüten im Frühjahr, üppiges Grün im Sommer, leuchtende Farben im Herbst und klare Strukturen im Winter. Selbst in der stillen Jahreszeit sollte der Garten Charakter behalten.
Um seine Ideen konsequent umzusetzen, eignete er sich eigene Techniken an. So entwickelte er zum Beispiel Methoden, um runde Treppen stabil und dauerhaft zu errichten – ein Gestaltungselement, das seine fließenden Gartenentwürfe perfekt ergänzte.
Kreative Umsetzung und Willensstärke
Er ist nicht nur ein feinsinniger Gestalter, sondern auch eine ausgesprochen willensstarke Persönlichkeit. Eine bekannte Episode: Bei der Neugestaltung eines öffentlichen Parks in Calw konnte er die Pläne erst vor Ort einsehen. Als er das Vorhaben sah, erkannte er sofort: zu streng, zu technisch, zu wenig im Einklang mit der Natur. Er bestand auf Änderungen. Mit Nachdruck überzeugte er sogar den Bürgermeister von Calw, den Park nach seinen Vorstellungen umzugestalten – inklusive einer Umbenennung der Anlage, von Hagbrunnenbach-Garten in Herman-Hesse-Garten.
Sein Ruf und seine Kompetenz führten dazu, dass er sogar den Garten vom ehemaligen Minister Norbert Blüm gestalten durfte. Orte, die Ruhe, Würde und Natürlichkeit ausstrahlen – das war sein Markenzeichen.
Ein Garten als Lebenskunst
Für ihn kann jeder Garten – groß oder klein – zu einem lebendigen Raum werden. „Grün hat auf engstem Raum Platz“, ist noch immer seine Überzeugung. Ein Garten bedeutet für ihn mehr als Dekoration: Erholung, Spielraum für Kinder, Treffpunkt für Freunde und Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Wenn Gestaltung, Pflege und Natur zusammenfinden, kann selbst ein privater Hausgarten zu einem „kleinen Kunstwerk“ werden.
Mit seiner Arbeit legte er zugleich den Grundstein für wirklich angewandte Gartendesigns, die über Generationen weitergetragen werden soll. Sein Verständnis von Harmonie, Natur und Gestaltung prägt bis heute die Handschrift von Strässer Gärten und wird nun von seinem Sohn Martin Strässer in die Zukunft geführt.



